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Deutschsprachige Artikel

Kölner Stadtanzeiger, 23.8.2004
Meine Freundin Ana
Anorexia nervosa ist ein hässlicher Name. Wer möchte schon so heißen? Niemand. Viel zu lang, viel zu kompliziert. Da muss ein Kosename her. Etwas Einfaches und Freundliches. Ein Name, den man rufen kann, wenn man Hilfe braucht. Etwa, wenn der Weg durch den Gang im Supermarkt nicht enden will und die Hand sich schon gen Weingummi und Schokolade ausstreckt. Oder wenn außerhalb der Essenszeiten die Kühlschranktür ins Visier rückt und "öffne mich" ruft. Einfach sollte er sein und nicht zu lang: Ana. Ein hübscher Name für eine Krankheit. weiterlesen


ZDF, 11.4.2006
Der Zwang zum Untergewicht
"Dünn sein ist wichtiger als gesund sein", so lautet eines der Gebote, die auf den Pro-Ana-Seiten zu finden sind. Ana ist die Abkürzung von Anorexie, des medizinischen Begriffs für Magersucht. In den Pro-Ana-Internetforen ermutigen sich essgestörte Jugendliche, immer weiter abzunehmen. Sie solidarisieren sich gegen die von ihnen als aggressiv empfundenen Umwelt, die sie zum Essen zwingen will. Bilder von abgemagerten Models und Schauspielerinnen dienen der Motivation. weiterlesen


TAZ, 27.11.2002
Skinnygirl. 1,74 Meter, 47 Kilo
Selten traut sich Klara aus dem Untergrund heraus. Ohne Tarnung ist sie verletzlich. Puppengerade sitzt sie da auf dem Sofa einer dunklen Großstadt-Kaffeebar, zieht hastig an der Zigarette, noch mal und noch mal. Klara ist erst 15. Es könnte ihr erstes Date sein, so nervös wie sie ist. Aber Klara ist aufgeregt, weil sie ihre Geschichte erzählt. Sie handelt von einer Website mit großen, bauchigen Buchstaben in rosa, mint und rot. Die Schrift passt zu Teenie-Träumen wie: "Hab dich lieb! Willst du mit mir gehn?" Klara aber schreibt: "Ich will nur noch eins, den ausgemergelten, anorektischen Körper, den übertriebenen Perfektionismus." Oder: "Ich will heilig werden, ich will verzichten." Oder: "Ich will Macht durch Hunger." weiterlesen


BILD, 11.5.2003
Geheimclub der Magersüchtigen
Tausende Mädchen treffen sich täglich im Internet, um gemeinsam zu hungern. Sie sind völlig abgemagert - und fühlen sich immer noch zu dick. Auch Sarah (25) klickte immer wieder die schockierenden Seiten an - und wäre fast gestorben.
"Benutze ein bis drei Finger! Am besten gehen zwei", rät Lola. "An den Farben kannst du sehen, was wann hochkommt und wann alles draußen ist!"
"Hat von euch schon jemand Abführmittel ausprobiert? Wo gibt’s die ohne Rezept?", will Knochenmausi wissen. weiter


Heise.de, 6.9.2001
Magersucht online
Sieben Millionen Frauen und eine Million Männer leiden in den USA unter krankhaftem Ernährungsverhalten. 6% von ihnen werden ihr gestörtes Verhältnis zur Nahrungsaufnahme höchstwahrscheinlich nicht überleben. Am 26. Juli beschloss die Vereinigung amerikanischer Anorexiekranker ANAD (National Association of Anorexia nervosa and associated disorders) den zahlreichen Homepages und Onlineforen, in denen Magersucht als Lebensstil und nicht als Krankheit propagiert wird, den Kampf anzusagen: Yahoo! sollte seinen selbstauferlegten Richtlinien, die da u.A. Schutz von Kindern und Jugendlichen lauten, Folge leisten und schleunigst den Zugang zu den 115 gehosteten Pro-Ana-Sites sperren. Ganze 21 wurden zurückgezogen. Wer das Stichwort "pro-anorexia" oder "pro-ana" in die Suchmaschine seiner Wahl eingibt, stößt nach wie vor auf Sites mit den klingenden Namen "Fading into Obscurity", "Dying to be thin", "Born to be skinny" oder "Anorexic Nation". Betreten auf eigene Gefahr,... weiter


hungrig-online.de
Dossier: Pro-Anorexie-Seiten im Internet
"Dünn zu sein ist besser als gesund zu sein" oder "Du darfst nie etwas essen, ohne Dich dabei schuldig zu fühlen". Mit diesen und ähnlichen Losungen putschen sich Betroffene gegenseitig auf, um länger an ihrer Essstörung festhalten zu können. In unzähligen Internet-Communities verherrlichen sie eine Krankheit, an der immerhin bis zu 20% der Betroffenen sterben. weiter


Englischsprachige Artikel

--> makeupyourmind.nu: pro-ana research
--> TIME: Anorexia Goes High Tech
--> BBC: Anorexia websites 'glamorise thinness'
--> WebMEDHealth: Internet a Refuge for Those With Eating Disorders
--> The Digital Collegian: 'Pro-ana' Web sites bring up concern
--> Suite101.com: The Disturbing Trend of Pro-anorexia Websites
--> Social Issues Research Center (SIRC): Totally In Control
--> USA Today: On the Web: Thinness worship


thanx to Tinu für die englischen Artikel

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1 Kommentar 11.9.06 23:13, kommentieren